Anpacken für unseren Landkreis

20. Oktober 2011

Robert Renz: 40 Jahre aktiv in der SPD


Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Klingenberg-Röllfeld-Trennfurt am Donnerstag, den 20.10.2011 in der Gaststätte "Anker" in Röllfeld ehrte der SPD-Kreis- und Ortsvereinsvorsitzende Thorsten Meyerer (rects) den langjährigen Stadtrat Robert Renz für 40 Jahre Mitgliedschaft mit einer Urkunde und der silbernen Ehrennadel.
Meyerer würdigte Renz´ Jahrzehnte langen Einsatz für die SPD und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Klingenberg. Robert Renz habe sich seit seinem Parteieintritt 1971 immer aktiv in der Politik engagiert, sei es in Wahlkämpfen, als Mitglied im Ortsvereinsvorstand, als Delegierter oder als Stadtrat. Dabei habe er sich stets von den sozialdemokratischen Werten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität leiten lassen. "Robert Renz ist ein sozialdemokratisches Urgestein, dem die Klingenberger SPD sehr viel zu verdanken hat", so Meyerer.

5. September 2011

SPD-Kreistagsfraktion will Johanniter-Mehrgenerationenhauses erhalten

Kreistagmitglieder informierten sich vor Ort

Interessiert verfolgen die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion die Erläuterungen zum Mehrgenerationenhaus der Johanniter in Miltenberg.

Miltenberg. Um sich vor Ort über das Mehrgenerationenhaus der Johannniter in Miltenberg zu informieren, besuchten Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion die Einrichtung am 5. September 2011. Wie Fraktionsvorsitzender Dr. Ulrich Schüren im Gespräch mit Rüdiger Erhardt, dem Leiter des Johanniter-Hauses und seiner verschieden Angebote, erklärte, seien die Sozialdemokraten „höchst interessiert“ daran, dass das Mehrgenerationenhaus auch in Zukunft weiter gefördert wird, da es ein wichtiges Element in der sozialen Infrastruktur des Landkreises sei.


Grund des Besuches war die auslaufende Förderung von jährlich 40.000 Euro durch das Bundesfamilienministerium für das Mehrgenerationenhaus zum Jahresende. Sie hatte sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt. Wie Erhardt ausführte, besteht die Möglichkeit, in den weiteren Genuss einer Förderung seitens des Bundes zu kommen, wenn sich Kommunen finanziell beteiligen. „Ohne einen Zuschuss ist die Arbeit nicht mehr zu leisten“, sagte Erhardt und listete die zahlreichen Angebote im Mehrgenerationenhaus auf: Familiencafé, Kreativ-Kurse für Kinder und Senioren, Projekte mit Schulen, Handykurse für Senioren und vieles mehr.


Fraktionsvorsitzender Dr. Ulrich Schüren (links), Johanniter-Leiter Rüdiger Erhardt und im Hintergrund Martina Pechtold, die das Mehrgenerationenhaus leitet.

Die Sozialpädagogin Martina Pechtold, die seit 2009 das Mehrgenerationenhaus leitet, gab den Mitgliedern der SPD-Kreistagsfraktion einen Einblick in die Aktivitäten, die sie mit einer Bildpräsentation flankierte. Die Angebote würden von der Bevölkerung gerne genutzt, sagte sie und fasste zusammen, dass auch die Bewohner des Johanniterhauses in die Aktivitäten mit einbezogen werden.


Beim künftigen Fördermodell klafft eine Lücke von 10.000 Euro, denn der Bund will im Zeitfenster von drei Jahren nur noch 30.000 Euro zur Verfügung stellen. Als die Modalitäten bekannt wurden, hatte sich Rüdiger Erhardt an den Kreistag gewendet und um Unterstützung gebeten. Alle Fraktionen waren angeschrieben worden. „Wir sind ohne Abstriche dafür, dass die Einrichtung erhalten bleibt“, betonte Ulrich Schüren. Den SPD-Mitgliedern schwebt vor, dass der Landkreis eine Förderung von 5000 Euro zur Verfügung stellt und sich die Stadt Miltenberg als Heimatkommune der örtlichen Johanniter-Einrichtung mit dem gleichen Betrag beteiligt. Schüren berichtete, dass die Fraktionsvorsitzenden der im Kreistag vertretenden Parteien mit dem Landrat im Gespräch seien und sich eine Lösung abzeichne.


5. Mai 2011

Für den Ernstfall gerüstet

SPD-Kreistagsfraktion besuchte das THW in Obernburg

„Wie sieht es aus, wenn es im ICO in Obernburg zu einem Chemieunfall kommt und eine Giftwolke über die Gemeinden und Städte zieht?“ fragte Dr. Ulrich Schüren, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, deren Mitglieder am Donnerstagabend beim technischen Hilfswerk (THW) in Obernburg zu Gast waren, um Informationen über den Katastrophenschutz zu erhalten. Zu dem Gespräch waren auch Mitglieder der Kreisbrandinspektion und des bayerischen roten Kreuzes (BRK) gekommen, um den Sozialdemokraten ein rundes Bild über den Einsatz im Katastrophenfall zu vermitteln.


Ein Gruppenbild mit den Teilnehmern.

Der Termin war von Michael Günther, Bürgermeister von Eschau und Kreisrat, schon vor Monaten vereinbart worden. Das Erdbeben in Japan und das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima hatten dem Thema „Katastrophenschutz“ eine aktuelle Brisanz verliehen. „Biblis und Grafenrheinfeld sind nicht weit“, sagte Schüren und nutzte die Gelegenheit, gezielt nachzufragen, welche Maßnahmen im Fall eines GAU getroffen sind. Zunächst beantworteten Joachim Stark, Ortsbeauftragter des THW und Kreisbrandinspektor Hauke Muders die Frage nach einem möglichen Unfall im benachbarten Chemiewerk. „Dafür gibt es gezielte Vorsorgemaßnahmen und auch einen Einsatzplan im Fall eines Falles“, erklärte Muders.
Das ICO sei wegen seiner Größe durch ständige Kontrollen und gesetzliche Vorgaben mit höchsten Sicherheitsstandards ausgestattet. „Das Problem liegt bei den kleinen Betrieben oder bei einem Unfall während des Transports von giftigen Substanzen“, erläuterte Muders. Da sich eine Giftwolke weiter bewege und sich nicht konstant über einem Gebiet befinde, reiche es in der Regel aus, die Bevölkerung durch Verhaltensmaßnahmen, wie geschlossene Fenster und ein Verbleib in den Gebäuden, zu schützen. Stark gefährdet seien die Einsatzkräfte vor Ort, die verhindern müssten, dass die Situation bei einem Brand eskaliert. Hier bedauerte Muders, dass die Zahl der Schutzanzüge sehr knapp sei. „Das ist nicht besonders angenehm, wenn ein Kollege in den verschwitzen Anzug seines Vorgängers steigen muss“, sagte er und fügte hinzu, dass eigentlich die Betriebe, von denen die Gefahren ausgingen, Schutzanzüge vorhalten müssten. „Aber das kostet viel Geld“, erklärte der Kreisbrandinspektor.


THW-Ortsgruppenleiter Joachim Stark (zweiter von rechts) erkärte die Vorgehensweis bei Einsätzen.

Insgesamt gibt es im Landkreis Miltenberg zwei Gefahrgutzüge mit sechs örtlichen Einsatzleitern, wie die Sozialdemokraten erfuhren. Das weitere Vorgehen bei einem Einsatz: THW, Feuerwehren und BRK arbeiten Hand in Hand, wobei der örtliche Einsatzleiter das letzte Wort hat und die Weichen vor Ort stellt. Eine im Landratsamt angesiedelte Führungsgruppe mit Fachleuten übernimmt die Koordination über Funk und EDV. Bei größeren Schadensfällen mit hohem Personaleinsatz werden auch die Hilfsorganisationen und Wehren der umliegenden Gemeinden und Städte eingebunden, die regelmäßig für Sondereinsätze geschult werden. „Da gibt es auch eine sehr gute Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg“, so Muders.
Sollte es zu einem Atomunfall in den nächst gelegenen Kernkraftwerken kommen, so lägen „detaillierte Pläne“ vor, wurde den SPD-Kreisräten erklärt. Bis hin zur Evakuierung sei für alle Szenarien Vorsorge getroffen.
Ein Wunsch, dem THW und Kreisbrandinspektion auf den Nägeln brennt, ist ein ABC-Erkundungswagen für biologische, radiologische und chemische Unfälle. Der wird vom Bund finanziert. Der Wagen sei schon lange beantragt, aber das Genehmigungsverfahren ziehe sich hin Die Einsatzkräfte wollen nicht hinnehmen, dass laut Beschluss der bayerischen Staatsregierung eines der beiden Löschfahrzeuge „LF 16 TS“ abgezogen werden soll, das für die Wasserförderung gebraucht wird. „Bisher hatten wir drei, sollen aber zu Gunsten von Südbayern künftig auf ein Fahrzeug verzichten“, erklärte Muders nicht ohne Groll. Er betonte, dass zwei Fahrzeuge nicht ausreichten, um dem Bedarf gerecht zu werden. Im Anschluss an das Gespräch hatten die SPD-Kreistagsmitglieder Gelegenheit, das Gelände und die Einrichtungen der THW-Ortsgruppe Obernburg zu besichtigen. THW-Ortsgruppenleiter Joachim Stark erklärte ihnen die Details.


22.03.2011

SPD-Fraktion besuchte Sunovation

Den weltweit führenden Anbieter von Kunststoff-Solarmodulen "Sunovation" in Elsenfeld  besuchten die Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion am 22. März. Geschäftsführer Markus Krall stellte den Sozialdemokraten die innovativen Photovoltaik-Lösungen des Unternehmens vor, das zu der Krall-Gruppe gehört und als GmbH geführt wird.

Ausführliche Informationen auf der Internetseite von Sunovation

Markus Krall, Geschäftsführer von Sunovation.

Die Mitglieder der SPD-Fraktion im Gespräch mit Markus Krall (zweiter von rechts).


Ein Sunovation-Produkt ist der Solar-Carport mit integrierter LED-Beleuchtung.

Fotos: Ruth Weitz


18.03.2011

SPD wird dem Kreisetat zustimmen

„Angesichts der vorliegenden Daten und Fakten sehen wir keine Möglichkeit, die Kreisumlage auf dem alten Stand zu halten“, sagte Dr. Ulrich Schüren (Elsenfeld), Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, bei der Beratung zum diesjährigen Kreishaushalt in Eschau. Kreiskämmerer Kurt Straub hatte den Sozialdemokraten die Eckpunkte des Zahlenwerks vorgelegt und eingehend erläutert. Die SPD-Kreisräte waren sich einig, trotz der zweiprozentigen Erhöhung der Kreisumlage von 44 auf 46 Prozent dem Etat zuzustimmen.
Nicht der Prozentsatz sei entscheidend, sondern die absoluten Beträge, die von den Kommunen an den Kreis abgeführt werden müssten, meinte Thorsten Meyerer (Klingenberg). Er wies darauf hin, dass eine ganze Reihe von Gemeinden trotz zweiprozentiger Erhöhung der Kreisumlage weniger zahlen müssten als im vergangenen Jahr.
Die doppische Haushaltsführung nach den Grundlagen der kaufmännischen Buchführung und Rechnungslegung nannte Roland Weber (Collenberg) transparent und nachvollziehbar. „Die Finanzströme sind genau abgebildet, und im Gegensatz zu einem kameralistischen Haushalt hat der Kämmerer kaum eine Möglichkeit, versteckte Reserven einzubauen“.
Einmütig sprach sich die SPD-Kreistagsfraktion dafür aus, die Öffnungszeiten bei der Müllumladestation in Erlenbach zu verlängern, vorrangig an Samstagen. Allerdings soll dies durch eine Verschiebung kostenneutral gehalten werden. „Die Öffnungszeiten müssen sich nach den Bedürfnissen der Bevölkerung richten und nicht nach den Vorstellungen der Verwaltung“, sagte Schüren. Die weniger stark frequentierten Zeiten verlangten auch einen geringeren Personaleinsatz, selbst wenn in den frühen Morgenstunden die Station wegen der Anlieferung mit Großfahrzeugen besetzt sein müsse. Die hier eingesparten Personalstunden könnten dann bei einer Verlängerung der Öffnungszeiten eingesetzt werden.
Insgesamt begrüßt wurde die Verlagerung der Grundsicherung von den Kommunen auf den Bund, da hier künftig finanzielle Spielräume frei würden, um die kommunale Selbstständigkeit zu stärken. Entschieden entgegen treten will die SPD allen Versuchen, die Gewerbesteuer abzuschaffen. Ein solches Vorhaben schwäche die Finanzkraft der Kommunen, so dass kaum noch Raum für notwendige Investitionen bliebe.
„Es war längst an der Zeit, dass sich der Landkreis an der Jugendsozialarbeit in den Hauptschulen beteiligt“, sagte Anne Tulke (Erlenbach). Lange habe die SPD darauf gedrängt, denn letztlich würden durch intensive Jugendsozialarbeit vor Ort langfristig erhebliche Kosten bei der Jugendhilfe, zum Beispiel für Heimunterbringung, gespart. Ruth Weitz (Obernburg) riet, hier noch deutlich mehr Aufklärungsarbeit über das Modell des Landkreises in den Städten und Gemeinden des Landkreises zu betreiben. In einigen Kommunen gebe Irritationen und Widerstände, die es auszuräumen gelte.
Die Haushaltsrede des Frationsvorsitzenden Dr. Ulrich Schüren



16.02.2011

Senioren eine politische Stimme geben
SPD: Arbeitsgemeinschaft »60 plus« gegründet

Die Interessen der Senioren innerhalb und außerhalb der SPD vertreten - dieses Anliegen von Uwe Lambinus, ehemaliger Bundestagsabgeordneter des Main-Spessart-Kreises, einigte die 16 Anwesenden schnell, die zu einer Gründung der SPD Arbeitsgemeinschaft 60 plus in Faulbach zusammen gekommen waren.


Rudi Bürk wurde am Mittwoch in Faulbach zum Kreisvorsitzenden der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus gewählt. Foto: privat

Sie alle waren auf Einladung des Unterbezirksvorsitzenden Bernd Rützel, des Kreisvorsitzenden der SPD Miltenberg, Thorsten Meyerer, und des Vertreters der Arbeitsgemeinschaft 60 plus im Ortsverein Elsenfeld zusammengekommen.

60 plus ist eine Arbeitsgemeinschaft innerhalb der SPD. Diese Arbeitsgemeinschaft umfasst vor allem SPD-Mitglieder ab dem 60. Lebensjahr sowie weitere, an der Seniorenarbeit Interessierte.
Hartwig Loh, Bezirksvorsitzender der AG 60 plus war aus Aschaffenburg angereist, um die Bedeutung der Altersgruppe hervorzuheben. So stellen Bürger, die älter sind als 60 Jahre zahlenmäßig die größte Wählergruppe. Im Unterbezirk Main-Spessart / Miltenberg gehören 867 der SPD Mitglieder dazu. Dies bedeutet: 53 Prozent dieser Altersgruppe des Bezirks Unterfranken wohnen in den beiden Kreisen.

Da sich bei den Anwesenden etwa 600 Jahre politische Erfahrung bündeln, waren sich alle schnell einig, dass für die Durchsetzung der Interessen eine funktionierende Organisation gebraucht wird. So fanden sich auch die nötigen Mitstreiter, die bereit waren, dafür einzustehen.

Kreisvorstand gewählt
Gewählt wurden für den AG 60 plus-Kreisvorstand Rudi Bürk aus Elsenfeld als Vorsitzender, Werner Baur aus Sulzbach als sein Stellvertreter, Ursula Schweickert (Elsenfeld), Carlo Tauchmann (Stadtprozelten) sowie Ewald Georg Rüth (Stadtprozelten) als Beisitzer.
Rudi Bürk, der schon als Jugendlicher Arbeitsgemeinschaften von Jusos begründete und positive Erfahrungen aus der Zusammenarbeit der Jugendorganisation Jusos mit den Senioren der SPD einbrachte, überzeugte alle, so dass er bei der anschließenden Wahl auch zum Vorsitzenden der AG 60 plus des Unterbezirks Main-Spessart / Miltenberg gewählt wurde. Unterstützt wird er dabei von Wolfgang Serafin (Aschaffenburg) als stellvertretender Vorsitzender sowie den Beisitzern Uwe Lambinus, Werner Baur und Manfred Knopf aus Lohr.

Die innerparteiliche Meinungsbildung von unten nach oben werden Rudi Bürk, Wolfgang Serafin, Werner Baur, Uwe Lambinus als Delegierte auf der Landeskonferenz am 7. Mai in Nürnberg vertreten: Bei den Bezirksparteitagen werden sie unterstützt von Ursula Schweickert, Manfred Knopf, Werner Grosser und Carol Tauchmann.

Manfred Helmstetter aus Wörth und Manfred Knopf betonten die Wichtigkeit des Ortsvereins als »Keimzelle der politischen Arbeit«. Die Senioren wollen und sollen in den örtlichen Vereinen aktiv sein, sich vor Ort bei den Menschen über ihre Bedürfnisse und Wünsche informieren. Die motivierten Mitglieder der AG 60 plus planen Seniorenstammtische, Besuche in sozialen Einrichtungen, Beteiligung an Wahlkämpfen und vieles mehr. Ein erster konkreter Termin dafür ist am Donnerstag, 10. März, um 17.30 Uhr. Dann besuchen die Mitglieder das Seniorendomizil Haus Dominic in Elsenfeld mit dem Ortsverein der SPD. Interessenten melden sich bei Rudi Bürk,
Tel. 0 60 22 / 42 38 oder E-mail.nkrb43@yahoo.de.
Main-Echo 18.02.2011


3. Februar 2011

Eine Bank darf keine Behörde sein

SPD-Wirtschaftsclub: Kritik aus Expertenrunde an schleppender, von Ratings getriebener Kreditvergabe für Mittelstand

Großwallstadt Vom Aufschwung profitieren - das ist das Ziel mittelständischer Unternehmer. Doch Investitionswünsche von Firmenchefs bleiben oft nur Träume. Grund: Die Banken stehen seit der globalen Finanzkrise auf der Bremse, wenn es um die Vergabe von Krediten geht. Mit diesem Problem befasste sich am Donnerstag eine Expertenrunde auf Einladung des Wirtschaftsclubs der Bayern-SPD im Handball-Leistungszentrum Großwallstadt.



Hilft seit 1. März 2010 im Auftrag der Bundesregierung bei der Vergabe von Krediten: Hans-Joachim Metternich, der am Donnerstag auf Einladung des Wirtschaftsclubs der Bayern-SPD im Großwallstädter Handball-Leistungszentrum Teilnehmer einer Expertenrunde zum Thema Kreditversorgung für den Mittelstand war. Foto: Ruth Weitz

Prominentester Gast war der von der Bundesregierung als Kreditmediator eingesetzte Hans-Joachim Metternich. Er legte Umfrageergebnisse mit klarem Tenor vor. Das Institut für Wirtschaftsförderung, das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst&Young, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Commerzbank: Sie alle vermeiden das Wort Kreditklemme, bemerken aber, dass es für die gewerbliche Wirtschaft deutlich schwerer geworden ist, sich Geld zu leihen. Die Zahlen schwanken stark: Zwischen 18 und 40 Prozent der Firmen sollen Probleme haben.


Wie das mühselige Ringen um Bankenhilfe jenseits der Statistik aussieht, schilderte aus Gästesicht der Chef einer Amorbacher Maschinenbaufirma. Von den im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise aufgelegten Förderprogrammen sei bei ihm »zeitnah überhaupt nichts angekommen«. Ein ganzes Jahr lang habe er kämpfen müssen, um von der Bayerischen Förderanstalt LfA einen Kredit zu erhalten. Den Unternehmer ärgert, dass seine Hausbank in der Krise sogleich die Kontokorrentzinsen erhöhen wollte - wegen des angeblich nun höheren Risikos. »Wie es uns als Unternehmen geht, hat die nicht interessiert.«
Dass sich der Umgang der Banken mit den Kunden verändert hat, hob auch Mathias Bauer hervor. Der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer aus Amorbach hatte früher zehn Prozent seiner Arbeitszeit in die Betreuung von Mandanten bei Bankgeschäften zu stecken, »heute sind es 50 Prozent.« Er wertet das als Folge einer wachsenden Bürokratie, der zunehmenden Distanz zwischen beiden Parteien sowie häufig wechselnder Firmenkundenbetreuer, die sich nach intensiv vorbereiteten Kreditgesprächen letztlich doch immer das Placet der Kreditabteilung abholen müssten.


Grundvertrauen fehlt
Schmerzlich vermisst Bauer bei Bankenvertretern die durch kontinuierliche Betreuung gegebenen, exakten Kenntnisse über Unternehmen und das »Grundvertrauen«, das vor der Krise oftmals zu einem unbürokratischen »Jawohl, das passt so!« geführt habe. Wenn von Bankenseite von einem Binnenschiffer Liquiditätsberechnungen über 48 Monate gefordert werden, dann sei das »Formalismus«, der dem Mittelstand schade. »Wir haben keine Chance, bei den Banken in ein vernünftiges Gespräch zu kommen«, stellte Bauer fest, nahm aber die lokalen Geldinstitute ein Stück weit aus. Seine Forderung: »Banken müssen wie Unternehmen reagieren, nicht wie eine Behörde.«



von links: Hans-Joachim Metternich, Edgar Müller, Stefan Nodewald, Dr. Heinz Kaiser, Harald Schneider, Mathias Bauer und Marc Semmel. Foto: Ruth Weitz

»Undifferenzierte Vorwürfe« - damit parierten Stefan Nodewald von der Commerzbank Aschaffenburg und Marc Semmel, Bereichsleiter Firmenkunden der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, die Kritik. Beide betonten, dass bei Kredit-Entscheidungen keinesfalls nur die Ratings eine Rolle spielten. Sehr wohl schaue man auch auf die »Plausibilität des Geschäftsmodells«. Leichter als sein Großbank-Kollege hatte es der bei der Sparkasse Beschäftigte, mit Argumenten für die Kreditfreundlichkeit seines Arbeitgebers zu punkten. Sparkassen seien - wie die Genossenschaftsbanken - in der Region verwurzelt. »Geht es den Firmen hier schlecht, dann geht es auch unserer Sparkasse schlecht.«
Er verwies auf die treuhänderische Verantwortung, die zur sorgfältigen Prüfung der Kreditwünsche verpflichte. »Wir leihen unseren Kunden schließlich Geld aus, das uns andere Kunden anvertraut haben.« Unternehmer mahnte Semmel, früher mit der Hausbank über Finanzprobleme zu sprechen.
Dass die Kommunikation verbesserungswürdig ist, unterstrich Edgar Müller von der Fokus-Mittelstandsberatungsgesellschaft (Frankfurt). Er brach eine Lanze für Jungunternehmer, die ihr weniges Geld in ihre Firmen gesteckt hätten und von den Kundenberatern mit der stereotypen Frage behelligt würden: »Was haben Sie für Sicherheiten?«
Auf Augenhöhe reden
Den Chefs mittelständischer Unternehmen gab er zwei Ratschläge: Sie sollten sich für Kreditgespräche in der Bank mit Informationen wappnen, um auf Augenhöhe zu sein. Und sie sollten aufhören, Steuern sparen zu wollen, indem sie in den Bilanzen ihre Gewinne versteckten. »Die Bilanzpolitik«, so Müller, »ist wichtig fürs Rating«.
Die Situation bessert sich, versicherte Hans-Jürgen Metternich dem SPD-Wirtschaftsexperten Heinz Kaiser (Erlenbach), der das Gespräch moderierte. Der Kreditmediator sieht den Abwärtstrend von 2009 bei der Kreditvergabe gebrochen. Seit Mitte 2010 steigen die Kreditvolumina. Die Kredithürde sinkt zum zwölften Mal in Folge. Die deutschen Kreditinstitute erwarten in den nächsten zwölf Monaten ein steigendes Kreditvolumen. Neue Risiken können laut Metternich jedoch die verschärften Eigenkapitalanforderungen und Liquiditätsregeln in sich bergen, die Basel III den Banken auferlegt, sowie die von der Politik angestrebte Bankenabgabe. Außerdem sei nicht abzusehen, wie sich die durch Währungskrisen anderer Länder entstandenen Belastungen auswirken.
Metternichs Arbeit als Schlichter zwischen Unternehmen und Banken soll bis Ende 2011 gehen. Vor allem Oppositionspolitiker sind darüber angesichts voller Auftragsbücher und nachlassender Klagen der Unternehmer über Kreditvergaben ungehalten. In Großwallstadt wunderte sich der Maschinenbauer aus Amorbach. »Das ist aber eine winzige Zahl«, bemerkte er zur Feststellung Metternichs, durch seine Mediation bislang eine Gesamtkreditsumme von 52 Millionen Euro erwirkt zu haben.
(c) Manfred Weiß, Main-Echo Obernburg


23. Oktober 2010

Das sozialdemokratische Herz soll schneller und kräftiger schlagen

Vorsitzender Thorsten Meyerer bei SPD-Kreiskonferenz in Eschau-Sommerau im Amt bestätigt.

Bei der Kreiskonferenz der Sozialdemokraten im Gemeinschaftshaus des Eschauer Ortsteils Sommerau am 23. Oktober wurde Thorsten Meyerer mit 75 von insgesamt 77 abgegebenen Stimmen in seinem Amt bestätig. Er forderte die  Delegierten dazu auf, für die sozialdemokratische Idee zu werben und neue Konzepte zu entwickeln, um die Politik der SPD transparenter und lebendiger zu gestalten. "Das sozialdemokratische Herz muss schneller und kräftiger schlagen", sagte er.

Nach ihm sprach der Landtagsabgeordnete Harald Schneider (Karlstadt), der darlegte, wie "konfus und widersprüchlich" die Politik der bayerischen Landesregierung ist. Dr. Ulrich Schüren (Elsenfeld), Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, umriss die Tätigkeit im Miltenberger Kreistag und unterstrich, dass die SPD für eine klare und ehrliche Politik stehe und keinen Populismus wie andere Parteien im Gremium pflege. Er sagte: " Wir müssen den Menschen aufs Maul schauen, ihnen aber nicht nach dem Mund reden".

Im neu gewählten Kreisvorstand gab es kaum Veränderungen. Für Ruth Weitz (Obernburg), die aus beruflichen Gründen nicht mehr als stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung stand, rückte der bisherige Beisitzer Thomas Münig (Kleinheubach) in die Vorstandsspitze auf. Ebenfalls nicht mehr angetreten waren Gabriele Almritter (Dorfprozelten) und Christian Reinsch und Thorsten Rohleder (beide Elsenfeld). Neu im Gremium ist Mark Büttner (Kleinwallstadt).


7. Juli 2010

„Es geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen!“

Einigkeit beim Tourismus-Gipfel aller Odenwälder SPD-Kreistagsfraktionen in Waldbrunn


Überwältigend war die Resonanz auf die Einladung zum „Odenwald-Tourismus-Gipfeltreffen“ in Waldbrunn-Strümpfelbrunn.

Foto: Rolf Wilkes

Waldbrunn-Strümpfelbrunn/Kreis Miltenberg. Differenzen bei der Änderung des bisherigen Logos des Odenwaldtourismus waren der Anlass, dass Georg Nelius (SPD), tatkräftig unterstützt durch seinen ehemaligen bayerischen Landtagskollegen Dr. Heinz Kaiser (SPD), die SPD-Fraktionen der Kreistage in den Landkreisen Bergstraße, Miltenberg, Neckar-Odenwald-Kreis und Odenwaldkreis zu bei einem touristischen Krisen-Gipfel in der am höchsten gelegenen Gemeinde des Odenwalds eingeladen hatte. Auch die Geschäftsführerin der Odenwald Touristik GmbH, Kornelia Brauer, und der Geschäftsführer der badischen Touristikgemeinschaft Odenwald e.V., Achim Dörr, folgten der Bitte, einen aktuellen Sachstand vorzutragen.
Es sei eine historisch markante Veranstaltung, sagte Nelius in seiner Begrüßung. Erstmals hätten sich vier Kreistagsraktionen getroffen, um Länder übergreifend zu diskutieren und eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Waldbrunns Bürgermeister Klaus Schölch, der seine Gemeinde vorstellte, zeigte sich zuversichtlich, dass die neue „Katzenbuckeltherme“ dazu beitragen werde, Waldbrunn als Urlaubsziel und den Odenwaldtourismus insgesamt noch attraktiver zu machen.
Georg Nelius ging auf die Bedeutung und besonderen Herausforderungen des Tourismus im Odenwald ein: Etwa 18000 Arbeitsplätze im Odenwald hingen direkt oder indirekt von Tourismus ab. Da es keine absoluten touristischen Glanzlichter „der Klasse Brandenburger Tor oder Kölner Dom“ gäbe, sei es notwendig die ungezählten Kleinodien des Odenwalds entsprechend zu präsentieren. Das sei aber nur möglich, wenn die Zerstücklung der Urlaubsregion gestoppt werde.
Dr. Heinz Kaiser charakterisierte den Tourismus im Odenwald als schlafenden Riesen. Doch anstatt ihn zu wecken, dividierten unterschiedliche Konzepte das angestrebte Ziel einer gemeinsamen Strategie auseinander.
In dem neuen Tourismuskonzept, das von der Geschäftsführerin der Odenwald Touristik GmbH vorgestellt wurde, richtet sich das Hauptaugenmerk auf „Traditionalisten, Familien mit Kindern und Aktivurlauber“ aus den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar, denen in Kurzurlauben „Qualitätstourismus“ geboten werden soll. „Dabei beschränken wir uns nicht nur auf das Marketing sondern kümmern uns mit einem Internetbuchungssystems auch um den Vertrieb“, sagte Brauer und wies darauf hin, die Neuaufstellung und die Reorganisation der Touristischen Arbeitsgemeinsaften durch ein neues Logo nach außen hin zu zeigen.
Achim Dörr, Geschäftsführer der Tourismusgemeinschaft Odenwald in Mosbach, verwies auf die erfolgreiche Entwicklung in den letzten Jahren. Der Zusammenschluss mehrerer Fremdenverkehrsorganisationen unter einem Dach, Themenschwerpunkte zu setzen und die Ferienregion ganzheitlich über die Kreis- und Ländergrenzen zu vermarkten, habe sich seit Jahren bewährt. Der Vertrieb werde allerdings den Leistungsträgern wie Hotels und Pensionen überlassen.
„Wir sind besten Willens weitgehend aufeinander zuzugehen“, versicherten Brauer und Dörr. Erste Schritte seien eine enge Kommunikation und gemeinsame Messeauftritte, äußeres Zeichen der Gemeinsamkeit ein „Kompromiss-Logo“.
Die Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktionen waren sich darin einig, eine Zerstücklung in Teilgebiete des Odenwalds abzulehnen. Karin Hechler (Landkreis Bergstraße) kritisierte, dass die Position der Urlaubsregion „Odenwald“ durch das „Kunstgebilde Nibelungenland“ unnötig geschwächt werde. Dr. Ulrich Schüren, (Landkreis Miltenberg) rieb sich an den Wortschöpfungen „Mainland“ oder „Churfranken“. Damit könne kein potenzieller Urlauber etwas anfangen, denn es seien Kunstgebilde, die eher verwirrten. Bei allen SPD-Kreistags-Mitgliedern bestand Einigkeit darüber, dass mit unterschiedlichen Konzepten falsche Wege eingeschlagen wurden. Heide Lochmann (Neckar-Odenwald-Kreis), verwies auf den Erfolg der einheitlich beworbenen Urlaubsregionen „Bodensee“ und „Schwarzwald“. Rüdiger Holschuh (Odenwaldkreis) stellte heraus, dass der hessische Odenwaldkreis mit seiner Tourismus GmbH verkaufsorientiert aufgestellt sei und damit mittelfristig auch eine Finanzierung des Tourismus ohne oder mit nur geringer finanzieller Beteiligung des Kreises erfolgen solle. Das gemeinsame Kredo aller Fraktionen: „Wir haben als SPD in den Kreistagen genug Selbstbewusstsein, das Thema gemeinsame Tourismuskonzeption für den Odenwald konzertiert aufzugreifen“.
Abschließend fasste Georg Nelius die konkreten Forderungen zusammen: Der geografische Odenwald solle in seiner Gesamtheit als Ferienregion auch weiterhin beworben werden. Die Identität und die Alleinstellungsmerkmale der Marke Odenwald könnten ohne ein einheitliches Erscheinungsbild nicht vermarktet werden. Die Aufteilung in Touristische Arbeitsgemeinschaften (TAG) dürfe nicht dazu führen, dass der Odenwald als „Marke“ nur schwer wahrnehmbar sei. Die gesamte Ferienregion Odenwald sei durch ein einheitliches Erscheinungsbild aller Publikationen und Auftritte auf den ersten Blick erkennbar zu gestalten. Besonders für den Internetauftritt als gemeinsame Website fordert die SPD ein Portal, das zu den bestehenden oder neuen Angeboten im gesamten Odenwald führt. Die SPD-Vertreter wünschen sich ein Buchungssystem, das für alle Leistungsanbieter im Odenwald zugänglich gemacht wird.
Zum Ende des Tourismus-Gipfels waren sich alle Vertreter aus den vier Kreistagsfraktionen einig, dass auch in anderen Themenfeldern eine Zusammenarbeit angestrebt werden soll. Es wurde vereinbart, regelmäßig einmal pro Jahr ein „Gipfeltreffen“ zu terminieren.
Pressemitteilung als pdf


18. Juni 2010

„Vielen Kommunen brennt der Kittel“

Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib referiert bei der Kommunalkonferenz
des
SPD-Kreisverbandes Miltenberg



Landtagsabgeordneter und Haushaltsexperte Volkmar Halbleib gerät ins Grübeln.


Die Folgen des Finanz-Desasters der bayerischen Landesbank zieht sich wie ein klebriges Gespinst über die bayerischen Kommunen, wie der Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib aus Ochsenfurt am Freitag, 18. Juni 2010, in der Kommunalkonferenz des SPD-Kreisverbandes Miltenberg im Löwen-Saal in Eschau erläuterte. Thema war die Situation der Kommunalfinanzen, in nicht wenigen Gemeinden und Städten des Freistaats mit Heulen und Zähneklappern verbunden, weil leere Kassen und hohe Schulden sie in die Knie zwingen.
Auch im Landkreis Miltenberg treibt die Kommunalpolitiker die Sorge um die Gemeindehaushalte um. Das stellte SPD-Kreisvorsitzende Thorsten Meyerer (Klingenberg) in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Ursache: Durchschnittlich um rund dreißig Prozent sind die Steuereinnahmen gesunken, den dicksten Brocken machen die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer aus. Die Zukunftsaussichten sehen trotz anziehender Konjunktur nicht rosig aus, wie Stadtrat Ferdinand Kern (Obernburg) meinte. Laut Halbleib, Mitglied im Haushaltsausschuss des Landtags, geben die bayerischen Staatsfinanzen auch wenig Anlass zur Hoffnung.
Als „hausgemacht“ bezeichnete er die Krise der bayerischen Landesbank, die sich mit riskanten Transaktionen und dem Kauf der Hypo alpe adria in eine desaströse Situation gebracht habe. Die Finanzspritze des Freistaats zur Rettung der Bank belaste den Landesetat jährlich mit 305 Millionen Euro Zinsen, insgesamt mit einer Milliarde Euro. „Eine Zeche, die der Bürger zahlen muss“, resümierte Halbleib. Den Vorwurf des Eschauer Gemeinderats Stefan Stenger, das Landesparlament habe hier geschlafen, wollte Halbleib nicht unkommentiert stehen lassen. „Der Landtag war in die Entscheidungen nicht eingebunden, die Transaktionen waren allein vom Verwaltungsrat der Bayern-LB eingefädelt worden“, sagte der Abgeordnete.
Als „teilhausgemacht“ nannte Halbleib die Folgen des vom Bund und mit Bundesratsmehrheit beschlossenen Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. „Unterm Strich kostet uns das eine halbe Milliarde Euro durch Steuerminderung“, rechnete er vor und kritisierte: „Das passt überhaupt nicht zur Realität, denn die Haushaltslage lässt es nicht zu“. Im Steuervollzug gebe es massive Defizite. Im Vergleich zu anderen Bundesländern bilde Bayern das Schlusslicht beim Verhältnis des Personalanteils zu den wichtigsten Steuerfällen. Der Verlust an nicht eingetriebenen Steuern mache rund 1 Milliarde Euro jährlich aus. „Vielen Kommunen brennt der Kittel und ihnen fehlt das Geld“, so der Landtagsabgeordnete.
„Wir bräuchten unbedingt eine Aufstockung der Mittel für den kommunalen Finanzausleich“, stellte Halbleib fest. Von den Steuereinnahmen flössen nur 12 Prozent an die bayerischen Kommunen zurück. In anderen Bundesländern wie in Baden-Württemberg seien es 23 Prozent. Die SPD-Kommunalpolitiker im Kreis Miltenberg wünschen sich gerade in der Finanzierung von Bildung und Erziehung mehr finanzielle Unterstützung vom Freistaat. 

Interessiert verfolgen die SPD-Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Miltenberg die Erläuterung von Volkmar Halbleib zur Finanzsituation von Freistaat und Kommunen.

Stadträtin Anne Tulke (Erlenbach) wünschte sich eine Aufstockung des staatlichen Anteils für die Betreuung in Kinderkrippen und –tagesstätten (Kitas). Ihre Kollegin Ruth Weitz (Obernburg) forderte eine völlige Gebührenfreiheit für Kitas und eine Gleichstellung mit der schulischen Bildung. „Dazu gehört unbedingt, dass die Kindergärten als Bildungseinrichtung ins Kultusministerium kommen und aus dem Sozialministerium herausgenommen werden“, sagte die Kleinheubacher Gemeinderätin Monika Wolf-Pleßmann.
Text und Fotos: Ruth Weitz

9. Juni 2010

„Man kann die Afghanen nicht dauerhaft frustrieren“

Hier ein im April veröffentlichter Artikel von Andreas Schwarzkopf
zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan

Politikjournalist Andreas Schwarzkopf zur Situation am Hindukusch löste
lebhafte Diskussion über den Konflikt am Hindukusch aus
 


Als profunder Kenner der Situation am Hindukusch löste der Politikjournalist Andreas Schwarzkopf zur Frage „Raus aus Afghanistan?“ mit entsprechenden Hintergrundinformationen und seiner Einschätzung eine lebhafte Debatte aus.
Foto: Ruth Weitz


Erlenbach. „Raus aus Afghanistan?“ – Diese provokative Frage lockte mehr als 60 Zuhörer am Mittwochabend des 9. Juni 2010 in den Nebenraum des Bürgerkellers in Erlenbach. Gestellt hatte sie der SPD-Kreisverband Miltenberg und mit dem Politik-Journalisten Andreas Schwarzkopf einen profunden Kenner der Situation am Hindukusch eingeladen. Eine klare Antwort gab es am Mittwochabend nicht. Zu komplex sind die Hintergründe der „kriegsähnlichen Zustände“, zu groß ist die Not der afghanischen Bevölkerung, die durch 30 Jahre Bürgerkrieg gebeutelt ist und humanitäre Hilfe zum Wiederaufbau dringend benötigt.

„Es geht heute nicht darum, die Position der SPD in dieser Frage darzustellen“, sagte der Kreisvorsitzende der Miltenberger Sozialdemokraten Thorsten Meyerer. Die Informationsveranstaltung solle dazu dienen, ein Bild von der Situation vor Ort zu zeichnen und über die brennendsten Probleme aufzuklären. Dass diese sehr vielfältig sind, wurde anschaulich von Andreas Schwarzkopf dargestellt. Mit Analysen, Hintergrundinformationen und selbst erlebten Erfahrungen provozierte er eine lebhafte Diskussion, hielt sich dabei nicht starr an die übliche Form eines Vortrags, sondern führte einen Dialog mit dem Publikum. Anne Tulke, SPD-Vorsitzende in Erlenbach, hatte die Moderation übernommen und alle Hände voll zu tun, um die Vielzahl der Diskussionsbeiträge zu strukturieren.

In den Beiträgen der SPD-Anhänger wurde deutlich, dass die Parteibasis die Haltung der Bundes-SPD zum Afghanistan-Einsatz und den unter der Regierung Schröder beschlossenen Militäreinsatz sehr kritisch sieht und nicht wenige Sozialdemokraten diese Politik ablehnen. Rund zwei Drittel der Bevölkerung fordern den Rückzug aus Afghanistan, wie Andreas Schwarzkopf berichtete. Dieses Stimmungsbild spiegelte sich in der Zusammensetzung der Teilnehmer wider, die aufgefordert wurden, ihre Hand für „Raus aus Afghanistan“ zu heben.
Der Rücktritt Horst Köhlers von seinem Amt als Bundespräsident wegen seiner heftig kritisierten Aussage zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan bereitete den Boden für eine ausführliche Debatte. „Nicht was Köhler gesagt hat, sondern in welchem Zusammenhang er es tat, war Anlass zur Kritik“, meinte Andreas Schwarzkopf. Die Bundeswehr habe kein Mandat zur kriegerischen Auseinandersetzung, sondern den Auftrag, den Afghanen wieder auf die Beine zu helfen, erklärte er und fragte: „Was aber soll ein Soldat machen, wenn er angegriffen wird?“ Daran machte er seine Kritik an der amtierenden Bundesregierung fest, die diese Frage unbeantwortet lasse, um jeglicher Diskussion aus dem Weg zu gehen. 

„Die negativen Schlagzeilen haben die guten verdrängt“, sagte Schwarzkopf und erläuterte, dass nur noch über Gefechte, nicht aber über den Bau von Schulen und das Bohren von Brunnen berichtet werde. Die für die Bevölkerung wichtige Aufbauarbeit werde aber weiterhin geleistet. Er räumte ein, dass es zu langsam vorangehe. Die internationale Gemeinschaft habe sich viel zu viel vorgenommen und auch zu viel versprochen. Die vom ehemaligen US-Präsidenten Bush gehegte Absicht, Afghanistan eine Art Marshallplan überzustülpen, funktioniere in diesem großen und zerklüfteten Land nicht. 

„Man kann die Afghanen nicht dauerhaft frustrieren“, kommentierte Schwarzkopf die Nachfrage eines Zuhörers, welche Strategie wohl die richtige wäre und ob es nicht sinnvoll sei, die Nachbarländer in die Lösung des Konflikts einzubeziehen. Der Journalist beleuchtete die Rolle Pakistans, das maßgeblich am Aufbau der Taliban beteiligt gewesen sei mit dem Ziel, die eigene Sicherheit zu stabilisieren. Auch die USA habe mit Waffenlieferungen an die Mudschahidin während des sowjetischen Militäreinsatzes von 1979 bis 1989 zur Aufrüstung Afghanistans beigetragen und damit eine Dynamik in Gang gebracht, die nur schwer zu stoppen sei.

Die Armut der Menschen habe dazu geführt, dass der Anbau von Mohn für viele Afghanen als Lebensgrundlage diene, erläuterte Schwarzkopf auf Nachfrage aus dem Publikum. „95 Prozent des Heroins kommt aus Afghanistan“, sagte er und bestätigte, dass die Taliban durch den blühenden Handel mit Rauschgift den Ankauf von Waffen finanzierten. „Wenn man es schaffen würde, den Mohnanbau zu verhindern, wäre es schnell vorbei mit dem Krieg“, resümierte Schwarzkopf.

„Wenn der Westen seine Versprechen nicht einlöst, passen sich die Menschen in Afghanistan Anderen an, von denen sie Unterstützung erwarten“, so der Journalist. Die Befürchtung, dass die Taliban wieder Rückenwind bekommen könnte, teilte eine ganze Reihe von Zuhörern mit ihm. Die richtige Strategie sah Schwarzkopf darin, die Aufbauarbeit voranzubringen und den Menschen zu erklären, was konkret angestrebt wird. „Zum Beispiel könnte das Ziel sein, die Analphabetenrate von 70 auf 10 Prozent zu senken“, sagte er.
So wurde am Mittwochabend klar, dass es viele Gründe gibt, den humanitären Einsatz in Afghanistan voranzutreiben, gleichzeitig aber auch eine ganze Reihe von Argumenten, den Abzug zu fordern. „Wir haben noch viel zu tun, die politische Auseinandersetzung mit dieser Frage fortzusetzen “, sagte Anne Tulke abschließend.
Ruth Weitz




16. April 2010    

Tourismuskonferenz geplant

SPD-Kreistagsfraktionen aus Miltenberg und Neckar-Odenwald
planen Länder übergreifende Initiative


Der Artikel löste eine heftige Debatte im Miltenberger Kreistag aus. Mehr dazu  -- hier

Schneeberg. Nicht nur ein Erfahrungsaustausch und ein gegenseitiges Kennenlernen war der Hintergrund eines Treffens der beiden SPD-Kreistagsfraktionen aus Miltenberg und dem baden-württembergischen Neckar-Odenwaldkreis. Es ging auch um Länder übergreifende Themen, die im Feld der Kommunalpolitik Schnittpunkte haben.

„Im Bereich Tourismus läuft nicht viel rund", stellte Dr. Ulrich Schüren, Vorsitzender der Miltenberger SPD-Kreistagsfraktion, fest und meinte damit die touristische Vermarktung des fränkischen Odenwalds. Er zitierte eine aktuelle Presseveröffentlichung, wo der Landrat des Neckar-Odenwaldkreises dazu aufgefordert hatte, in der Tourismuswerbung wieder eine gemeinsame Linie zu fahren und nicht auf bayerischer und hessischer Linie eigene Weichen zu stellen.

Unverständlich war den Mitgliedern beider Kreistagsfraktionen, dass der hessische Odenwaldkreis durch ein geändertes Logo das gemeinsame Design für das Zielgebiet Odenwald in Frage stellt und im Landkreis Miltenberg der deutschlandweit bekannte Begriff Odenwald in den Hintergrund gedrängt wird. Wie Dr. Heinz Kaiser (Erlenbach) erklärte, wurde der Gebietsausschuss Spessart-Main-Odenwald des Tourismusverbandes Franken in Spessart-Mainland umbenannt. „Damit verschwindet auch die Werbung für den Odenwald", stellte er fest. Die geplante TAG Odenwald (Touristische Arbeitsgemeinschaft Odenwald) sei bisher noch nicht zustande gekommen. So bleibe das vom MiltenbergerKreistag beschlossene Tourismuskonzept der drei Arbeitsgemeinschaften im Landkreis - Spessarträuberland, Mainland Miltenberg-Churfranken und Odenwald - lediglich ein Torso.

Als Folge dieser Entwicklung komme der gemeinsame Auftritt der drei Landkreise Miltenberg, Odenwaldkreis und Neckar-Odenwald auf der mit 400000 Besuchern größten Regionalmesse in Deutschland, dem Mannheimer Maimarkt, heuer nicht zustande. Walter Neff (Hüffenhardt) unterstrich die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor: „Dem Urlauber aus dem Norden oder Westen Deutschlands ist die Dreiteilung in einen fränkisch-bayerischen, ein hessischen und einen baden-württembergischen Teil ziemlich gleichgültig, er sieht den Odenwald als einheitliches Urlaubsgebiet" sagte er. Karlheinz Graner (Haßmersheim) befürchtete, dass die Drei-Länder-Radtour für das Jahr 2011 stark gefährdet sei, da der hessische Odenwaldkreis sein Engagement hier gegen Null geschraubt habe.

Einstimmiger Beschluss beider Fraktionen war, dass der baden-württembergische Kreisrat und Landtagsabgeordnete Georg Nelius (Mosbach) und sein Miltenberger Kreistagskollege Heinz Kaiser (Erlenbach) eine gemeinsame Tourismuskonferenz der drei Odenwaldlandkreise organisieren sollen, um einen neuen Anlauf für mehr Gemeinsamkeit über die Landesgrenzen hinweg zu initiieren. Weiterhin wollen beide Kreistagsfraktionen darauf hinwirken, dass die bisher erreichte Gemeinsamkeit bei der Werbung und Vermarktung des touristischen Zielgebietes Odenwald nicht gefährdet wird.

Ein weiterer Diskussionspunkt war der öffentliche Personennahverkehr. Er konzentrierte sich auf die Bahnlinie Seckach-Miltenberg, die mit durchschnittlich 750 Fahrgästen an Werktagen insbesondere für den Schülerverkehr auf der Teilstrecke Miltenberg-Amorbach-Walldürn große Bedeutung hat. Seit der Übernahme des Bahnverkehrs durch die Westfrankenbahn habe diese Bahnstrecke eine beachtliche Aufwertung erfahren. Sowohl Dr. Ulrich Schüren als auch seiner baden-württembergischen Kollegin Heide Lochmann (Adelsheim), SPD-Fraktionsvorsitzende im Kreistag des Neckar-Odenwaldkreises, war klar, dass ein weiterer notwendiger Ausbau und die Verbesserung der Infrastruktur eine Investitionssicherheit für das Unternehmen erfordern. Deshalb will die SPD in den beiden Landkreisen die entsprechenden Gremien auffordern, die Ausschreibung für die Verkehrsbedienung durch die beiden Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg ab 2016 voranzutreiben.

Zu den Themenfeldern Abfallwirtschaft und erneuerbare Energien äußerten die Mitglieder beider Fraktionen den Wunsch, Möglichkeiten einer Zusammenarbeit über die Landesgrenzen hinaus eingehend zu prüfen.


30. März 2010

Unternehmerisches Geschick
und soziale Ader

SPD-Kreistagsfraktion besuchte TLO/WIS in Elsenfeld




„Ich bin beeindruckt", war der Kommentar von Dr. Ulrich Schüren, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, nach der Betriebsbesichtigung des Unternehmens TLO/WIS im Industriegebiet Rück am 30. März mit Kreisräten der SPD-Fraktion.
Mit einem Taxi- und Mietwagenservice hatte Udo Wehren sein Unternehmen vor einem knappen Vierteljahrhundert in Eschau aus der Taufe gehoben. Doch dabei ist es nicht geblieben. Mit unternehmerischem Geschick hat er Marktnischen aufgespürt und Dienstleistungen übernommen, die ein breites Spektrum umfassen. Schon ein Jahr nach der Firmengründung hatte Wehren sein Unternehmen um einen Transportservice erweitert. 1992 baute er ein Textillager in Eschau auf und gründete die TLO (Textil- Logisitk – Organisation) GmbH. Vor zehn Jahren ist er in das Industriegebiet nach Elsenfeld umgesiedelt und hat dort weiter expandiert. 



Eine Erfolgsgeschichte ist das Segment Wheels in Stock (WIS), das sich der Unternehmer schützen ließ. Für Autohäuser aus dem Umfeld lagert er zur Zeit 5000 Reifensätze in einem ausgeklügelten System und bietet hier einen umfassenden Service von der Reinigung bis hin zu Nano-Versiegelung an. 2007 errichtete er eine weitere Lagerhalle auf dem Firmengelände. Zurzeit ist er dabei, sein System in einem bundesweiten Frenchise-Netz auszubauen und denkt daran, in Zukunft auch einen Lagerservice für Motorräder und Zubehör anzubieten.




Bei einem Rundgang durch die Speditionshallen hatte Wehren den SPD-Kreisräten das System der Reifenlagerung erklärt und unterstrichen, dass ihm ein hoher Qualitätsstandard sehr wichtig sei. „Unser System beruht auf Schnelligkeit", sagte er.
„Die Vorlaufzeit beträgt 24 Stunden, aber meistens liegen wir darunter", so Wehren weiter. Es ist ein Familienunternehmen im besten Sinne, erfuhren die Kreisräte. Ehefrau und Tochter unterstützen den rührigen Unternehmer bei den administrativen Aufgaben. Acht Vollzeitmitarbeiter und 24 geringfügig Beschäftigte komplettieren das Team. Udo Wehren setzt hier insbesondere auf ältere Arbeitnehmer, deren Erfahrung und Zuverlässigkeit. Er gibt Menschen einen Job, die sich oft vergeblich bemüht hatten, nach längerer Arbeitslosigkeit wieder Tritt zu fassen. Dafür wurde sein Betrieb vom Bundesarbeitsministerium mit dem Prädikat „Unternehmen mit Weitblick" ausgezeichnet.



Die Nano-Versiegelung der Felgen ist eine der Serviceleistungen die von Wheels in Stock angeboten wird.


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